arabica

In den letzten Jahren haben sich die technischen Möglichkeiten für den Einsatz arabischer Schriften auf dem Computer spürbar verbessert. Stichwort ist hier Unicode , eine neuartige Fontcodierung, die es erlaubt, viele tausend Schriftzeichen in einem Zeichensatz unterzubringen. Dennoch bieten gängige Textverarbeitungen immer noch wenig Hilfestellung für Islamwissenschaftler, Arabisten und Fachverwandte. Probleme bereiten zum einen die im akademischen Umfeld üblichen Transkriptionen, also die Wiedergabe arabischer Schrift mit Hilfe lateinischer Umschriften. Häufig trifft man noch auf improvisierte Lösungen, so etwa den Gebrauch des Apostroph an Stelle des korrekten hamza, das durch einen nach links offenen Bogen repräsentiert wird. Zum anderen unterstützen die meisten Unicode-Fonts nur begrenzt Möglichkeiten zur Vokalisierung klassischer Texte in arabischer Schrift. Unsere Lösungen im Basisangebot für Arabica sind Ergänzungen zu unseren Basispaketen für Buchsatz, die zu einem moderaten Aufpreis erhältlich sind.


die richtige transkription

Die Wahl der Transkription kann sich entscheidend auf die Rezeption der Veröffentlichung auswirken. An ihr lässt sich zum Beispiel ablesen, welche Sorgfalt der Analyse der Quellen gewidmet wurde. Fachpublikationen im deutschsprachigen Raum werden gemeinhin in der seit 1936 international anerkannten Umschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft gesetzt. Wendet sich die Publikation an ein breiteres Publikum, kann es mitunter, wenn auch selten, angeraten sein, eine vereinfachte Umschrift einzusetzen, die den Lautwert unter Verzicht auf diakritische Zeichen nur annäherungsweise wiedergibt. Bei Veröffentlichungen in Englisch oder Französisch sind die Regeln weniger strikt: Kaum eine Publikation hält sich etwa an die eher sperrigen Vorgaben der New Encyclopedia of Islam. Wichtig ist in allen Fällen die Orientierung an aktuellen Entwicklungen, die eine gewisse Tendenz zur Vereinheitlichung aufweisen. So ist es zumindest in Fachkreisen kein unerheblicher Lapsus, für die Wiedergabe des arabischen ǧim immer noch die längst obsolete Variante dsch zu verwenden.

In unserem Basisangebot für Arabica ist die korrekte Transkription mit enthalten, wahlweise strikt nach den Regeln der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft oder nach den Konventionen des angelsächsischen bzw. frankophonen Sprachraums. Die Leistung beinhaltet selbstverständlich professionelle Lösungen für „schwierige Charaktere” – zum Beispiel ǧim oder ʿain –, die in den meisten Unicode-Zeichensätzen, so auch hier, nur unvollkommen wiedergegeben werden. Und vielleicht sollten wir noch betonen, dass die professionelle Transkription prinzipiell mit jedem beliebigen Zeichensatz Ihrer Wahl vorgenommen werden kann!


buchsatz auf arabisch

Längere oder kürzere Passagen in arabischer Schrift können innerhalb einer Publikation in verschiedenen Kontexten erscheinen. So kann es zum Beispiel angebracht sein, in einer zweispaltigen Darstellung den Originaltext und die Übersetzung nebeneinander zu setzen. Oder es werden unveröffentlichte Quellen bearbeitet, die dann der besseren Nachvollziehbarkeit halber als Anhang zur Verfügung gestellt werden. Vor allem in muslimischen Publikationen gehört es bisweilen zum guten Ton, Zitate aus Koran oder Hadith im arabischen Original zu wiederholen, ohne dabei eine neue Zeile oder einen neuen Absatz zu beginnen. Vom setzerischen Standpunkt besehen stellen der Wechsel in der Laufrichtung und die Abgleichung zweier unterschiedlicher Schriftbilder eine besondere Herausforderung dar. Ein gesonderter Fall sind kritische Werkausgaben, da hier in weiten Teilen das gesamte Umfeld (Seitenzahlen, Marginalien, Fußnoten usw.) angepasst werden muss.

In allen Fällen sollte die gewählte Schrift zumindest grundlegende Ligaturen, wie etwa das lam-mim, unterstützen. Vielfach wird gerade bei historischen Texten die Möglichkeit der Vokalisierung gefordert. Kürzere und mittellange Passagen innerhalb des laufenden Textes setzen wir in unserem Basisangebot für Arabica standardmäßig mit einer Schrift im gut lesbaren Nasḫī-Duktus. Diese Schrift lässt sich mit allen gebräuchlichen Vokalisierungen versehen; sie ist ferner mit den meisten Ligaturen und Sonderzeichen ausgestattet; auch für den Satz von Poesie ist sie dank variabler Wortlängen geeignet. Einen kleinen Beispieltext haben wir für Sie auf der Seite „Mitteilungen” hinterlegt. Lange Textabschnitte sollten möglichst im Unicode-Format vorliegen; die Schriftwahl erfolgt dann in Absprache nach Einblick in die Projektanforderungen. Da in diesem Fall der Arbeitsaufwand projektabhängig stark variieren kann, gelten für uns arabische Texte, die eine Länge von mehr als drei Seiten aufweisen, als Zusatzleistungen, die gesondert berechnet werden.